Liebe Vereinsmitglieder,

 

die neueste Ausgabe von Drunter&Drüber ist hier nun online abrufbar mit aktuellen Informationen unseres Vereins.

 

Viel Spaß beim Lesen!

 

Möchtest Du den Rundbrief direkt per eMail erhalten? Dann bitte eine kurze Meldung an unseren Vorsitzenden Andreas Glasbrenner geben.

 

 

 

Offener Brief zum Volksbegehren Artenschutz

 


 

>> Download Offener Brief (PDF) <<

 

Liebe Mitgliederinnen und Mitglieder,
sehr geehrte Damen und Herren,
 
wir als gemeinsamer Verband / LOGL: Kreisverbände, Ortsvereine, Fachwarte und Einzelmitglieder, stehen mit unseren Zielen derzeit genau richtig, sind wir doch mit unserem satzungsgemäßen Auftrag in der Lage entscheidend zum Thema Arten- und Klimaschutz beizutragen!
 
Durch unsere vielfältigen Gärten, unsere Obstwiesen und unsere Aktivitäten sind wir geradezu für diese Themen prädestiniert und tragen entscheidend zur Umsetzung bei.
 
Betrachtet man unsere Gärten und Obstwiesen und sieht diese als „Biotopverbund“, ergibt sich eine riesige Fläche, die wir pflegen und für die Nachwelt erhalten!
 
Wir sind damit auch im Bereich Insektenförderung eine immens wichtige Gruppierung!
 
Mit ca.103.000 Mitgliedern stellen wir die größte Vereinigung in diesem Bereich in Baden-Württemberg, das macht uns auch zu wichtigen Partnern für Politik und Landesregierung!
 
Wie stehen wir nun zum Volksbegehren „Rettet die Bienen? /  Grundsätzlich betrachtet – wie der Titel ja aussagt – unterstützt dies unsere Aufgaben und Ziele.
 
Liest man allerdings dieses Volksbegehren und den dort formulierten Gesetzesvorschlag der Initiative genauer, muss man feststellen, dass der Gesetzesentwurf vorsieht Obstwiesen unter Naturschutz zu stellen.
 
Dagegen hat sich der LOGL schon immer gewehrt: Unternaturschutzstellung unserer Obstwiesen bedeutet weitere Paragraphen und Vorschriften, die den normalen Streuobstwiesenbesitzern die Arbeit verleiten können. Wir brauchen keinen Überwachungsstaat in der Streuobstwiese, sondern motivierte Menschen, die bewusst und eigenständig ihre Obstwiese pflegen.
 
Eine Unternaturschutzstellung käme einer faktischen Enteignung gleich und würde in einigen Fällen das Gegenteil bewirken = Bäume werden möglicherweise abgesägt!
 
Weitere Konsequenzen bei Fördermaßnahmen sind ebenfalls durchaus möglich und auf die von uns geforderte Fortführung des  Baumpflegeprojektes kann eine Unterschutzstellung ebenfalls Auswirkungen haben.
 
Zum Volksbegehren muss man folgendes wissen:
Mit Ihrer Unterschrift für den Gesetzesvorschlag der Initiative Volksbegehren Artenschutz - „Rettet die Bienen – würden Sie zustimmen, dass unsere Obstwiesen unter bestimmten Bedingungen unter Naturschutz gestellt werden können!
 
Die Bürger in Baden-Württemberg können durch Volksbegehren und Volksabstimmungen direkten Einfluss auf die Politik nehmen. Allerdings gibt es eine Hürde beim Gesetzesinitiativrecht für das Volk. Mindestens ein Zehntel der rund 7,6 Millionen Wahlberechtigten in Baden-Württemberg muss per Unterschrift ein Volksbegehren unterstützen = das ist schnell erreicht!
 
Ist das der Fall, dann muss der Landtag den Gesetzentwurf des Volkes behandeln.
 
Akzeptieren die Abgeordneten ihn unverändert, so ist das Gesetz beschlossene Sache und das Verfahren beendet. Das bedeutet, ein Großteil unsere Obstwiesen würde unter Naturschutz gestellt.
 
Billigt der Landtag die Volksinitiative aber nicht so wie sie ist, dann gibt es eine Volksabstimmung. Die Abgeordneten können dabei der Bevölkerung einen eigenen Entwurf mit vorlegen.
 
Eine Gesetzesänderung ist durch Volksabstimmung angenommen, wenn die Mehrheit der Abstimmenden - mindestens jedoch ein Fünftel der Stimmberechtigten - "Ja" sagt.
 
Also macht es durchaus Sinn, wenn wir uns mit dieser Thematik etwas näher befassen.
 
Über diesen >Link (PDF) machen wir Ihnen einen offenen Brief des LOGL zum Thema zugänglich, den wir, gemeinsam mit weiteren Verbänden, an den darin aufgeführten Verteiler versendet haben.
 
Mit freundlichen Grüßen

 

Rolf HeinzelmannRolf Heinzelmann
Landesgeschäftsführer

 


 

www.logl-bw.de
Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft


Baden-Württemberg e.V. (LOGL)

Klopstockstraße 6 | 70193 Stuttgart


Telefon:0711-632901 | Telefax:0711-638299

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www.logl-bw.de

Vereinsregister: 10 VR 2209, Amtsgericht Stuttgart

Verantwortlich für den Inhalt: 
Landesgeschäftsführer Rolf Heinzelmann

Der OGV Gültstein möchte das Grundstück neben seinem Vereinsheim nutzbringend und zukunftsweisend anlegen.

Da der große Verlust der Artenvielfalt im Bereich der Insekten derzeit ein großes Thema ist, wollen wir einen Garten anlegen, der einer größtmöglichen Anzahl an Insekten eine Heimat bieten kann. Dabei orientieren wir uns am Konzept des „Drei-Zonen-Gartens“ nach Markus Gastl.

In der äußeren Zone, der Pufferzone, wollen wir Sträucher pflanzen, die Nahrung und Lebensraum bieten und zudem (auch für Menschen) essbare Früchte tragen. In der Hot-Spot-Zone soll der Boden abgetragen werden, da auf mageren Böden Lebensraum geschaffen wird für eine große Anzahl an Pflanzen und Tieren, die auf den gut gedüngten landwirtschaftlichen Flächen keine Chance haben. Zudem sollen besondere Habitate geschaffen werden in Form von Steinhäufen, Kiesbeeten, Totholzhaufen, Sandkuhlen usw.

In der Ertragszone wollen wir dann exemplarisch verschiedene Beete in Permakultur anlegen, die einen großen Ertrag an selbstangebautem Gemüse auf kleinem Raum ermöglichen.

Ergänzend werden wir auf dem Streifen zur Ammer hin vier Spindelobstbäumchen pflanzen, mit einer Wildkräuterwiese als Unterwuchs und in den Streifen südlich des Schuppens Beerensträucher.

Mit dem Garten soll veranschaulicht werden, dass auch auf kleinem Raum das Gute mit dem Nützlichen verbunden werden kann und jeder Gartenbesitzer einen Beitrag zum Schutz der für uns so wichtigen Insekten leisten kann. Angedacht sind auch kleine Tafeln mit Erläuterungen zur Anregung und Umsetzung eines insektenfreundlichen Naschgartens. Zudem planen wir Aktionen wie Schnittkurse, Nistkastenbauen, Weidenzaun flechten u. a., um noch mehr Aufmerksamkeit auf den Garten und damit die Thematik zu lenken.

 

Letzte Woche wurde wieder fleißig gearbeitet. Zum einen haben wir die Rabattplatten auf der östlichen und westlichen Seite der OGV-Heimat gesetzt, zum anderen Obstbäumchen, Beerensträucher und fruchttragende Ziersträucher rund ums Grundstück herum gepflanzt. Dazu musste ein Teil der Fläche zunächst mit einer Fräse gelockert werden. Das alles war bei dem herrlichen Wetter eine Menge schweißtreibender Arbeit - dafür nochmal einen ganz, ganz herzlichen Dank an alle Mithelfer für ihren Einsatz. 


Vor die frisch gepflanzten Sträucher wollen wir zur Straße hin Zwiebelpflanzen setzen. Falls jemand Narzissen, Tulpen, Krokusse, Schneeglöckchen, Blausternchen hat, die verblüht sind und für die er/sie keinen Platz zum Auspflanzen hat, bitte einfach vor die OGV-Heimat stellen – sie werden umgehend eingepflanzt und können dann im nächsten Jahr hier blühen und neben dem schönen Anblick eine frühe und wichtige Nahrungsquelle für Insekten darstellen.

 

 

 

 

 

"Insektensterben": Initiative "Bunte Wiese" empfiehlt späteres und selteneres Mähen von Streuobstwiesen und Rasen

Der gegenwärtig zu verzeichnende Insektenrückgang betrifft nicht nur auffällige Gruppen wie Bienen und Schmetterlinge, sondern die ganze Bandbreite von Insekten unserer Offenland-Lebensräume. Eine der Ursachen liegt in der zu frühen und zu häufigen Mahd unserer Wiesen und betrifft nicht nur Wirtschafts-Grünland, sondern auch Streuobstwiesen, Wegränder, öffentliche Grünflächen sowie Grünanlagen in Privatgärten und Gewerbegebieten. Wird zu früh (vor Mitte Juni) und zu häufig (mehr als zweimal pro Jahr) gemäht, verhindert dies bei vielen Wiesenpflanzen, von der Blüte bis zur Samenreife zu gelangen. Dieser Prozess benötigt im Durchschnitt sechs Wochen. Auch Schmetterlinge, Käfer und andere Insekten profitieren von der späten und selteneren Mahd; sie können sich dadurch vom Ei über die Larve bis zum geschlechtsreifen erwachsenen Stadium entwickeln. Eine zu frühe und zu häufige Mahd unterbricht diesen Prozess. Sie wirkt gleichsam wie ein Staubsauger, wodurch die Pflanzen- und Tiervielfalt unserer Grünflächen zunehmend verarmt. Darunter leiden auch die insektenfressenden Vögel.

Die Mahd mit Schlegelmähern ist für die Kleintierwelt meist tödlich. Besser wäre die Mahd mit Balkenmäher oder, wer es kann und je nach Fläche, mit einer Sense.

Wichtig  ist auch, dass das Mähgut von der Fläche entfernt wird. Man denkt beim Mähen oft automatisch, dass auch abgeräumt wird, aber wie man beobachten kann, wird häufig nur gemulcht. Dadurch wird, je nach Länge des Schnittguts, die nachwachsende Krautschicht verdämmt, und es verbleibt ein Teil der Nährstoffe in der Fläche. Die Aushagerung durch Entnahme des Mähguts ist ein wichtiger Nebeneffekt.

Jede(r) kann auf der eigenen Obstwiese oder im Hausgarten dazu beitragen, dieser Verarmung entgegenzuwirken. Streuobstwiesen sollten frühestens erst ab Mitte Juni gemäht werden und danach maximal nur noch einmal im Spätsommer. Zudem sollten 10% der Wiesenflächen über den Winter ungemäht bleiben, da diese Strukturen Insekten als Winterquartiere und Vögeln als Winternahrung dienen. Gleichzeitig sollten die Mähbalken auf 10 cm Höhe eingestellt werden, damit die an den Pflanzen sitzenden Insekten beim Mähen geschont werden.

Weitere Tipps zur Gestaltung naturnaher Gärten und zu nachhaltiger Wiesenpflege finden sich unter: www.buntewiese-tuebingen.de